Berechnungsmethode

Diese Seite benutzt die Berechnungsmethode der Muslim-Welt-Liga in Mekka für die nördlichen Länder in extremen Latituden zwischen 48-66°. Zu den Gelehrten des Fiqh-Rates, welcher diese Methode veröffentlicht hat gehörte der wohl bekannte Mufti von Saudi Arabien, Schaych 'Abdul'Aziz Ibn Abdullah Ibn Baaz.

Nicht zu verwechseln ist diese Methode mit der Gradzahl der Muslim-Welt-Liga (18/17), welche für Gebetszeiten von -48°-+48° angewendet wird. Viele Internetseiten und Apps benutzen diese Gradzahl auch für extreme Latituden und verstoßen damit gegen die Vorgaben der Fatwa.

Die Fatwa von 1986 über die Gebetszeiten

Vorsicht bei der App MuslimPro!

Antwort: Werden Fajr und Ischaa in MuslimPro und einigen anderen Apps mit einem Winkel von 12 oder 13 Grad eingestellt, berechnet das Programm einen relativen Winkel in einem südlichen Land und übernimmt diesen Wert auf den Norden. Das Resultat sind Fadschr-Zeiten für Deutschland mit einem Winkel von 10-10,5 Grad. Wer die Zeiten testen möchte: Die korrekten Zeiten für 12/13° in Köln am 21.06. Fadschr (12° 03:20) (13° 03:04), Ischaa (12° 23:49) (13° 00:05)

Zwei Ischaa Zeiten

Frage: Warum gibt es auf der Seite zu Ischaa an manchen Tagen zwei Zeiten?

Antwort: An manchen Tagen wird es im Sommer nicht mehr ganz Dunkel. Die Gebetszeiten beruhen an diesen Tagen auf Idschtihad. Verschiedene Gelehrte sind zu unterschiedlichen Möglichkeiten gekommen um Zeiten zu generieren wenn das Phänomen nicht mehr gesichtet werden kann. Diese zwei Ischaa-Methoden sind die weit verbreitetsten. Ansonsten ist an diesen Tagen auch richtig andere von den bekannten Gelehrten vorgeschlagene Methoden zu benutzen. Fragen Sie am besten in Ihrer Moschee nach den Details. Schaych Sulaiman al-Ruhaily sagt das diese Methoden des Idschtihad nur an den Tagen angewendet werden dürfen an denen Ischaa später als die mitte der Nacht ist. Der Schaych sagte auch das es nicht richtig ist den Sprung der Liste auszugleichen. Wenn das Phänomen wieder sichtbar wird muss danach gebetet werden, egal wie spät es wird.

Warum haben fast alle Organisationen unterschiedliche Gebetszeiten?

Frage: Warum haben fast alle Organisationen unterschiedliche Gebetszeiten?

Antwort: Nördliche Länder wie Deutschland liegen für die Gebetszeitenberechnung in einer problematischen Lage. Fadschr und Ischaa können in dieser Zone nicht das ganze Jahr nach den allgemein bekannten Phänomenen berechnet werden. Im Sommer laufen Ischaa und Fadschr immer weiter zusammen, bis diese sich treffen und keine Zeiten mehr berechnet werden können. Die Abwesenheit von Ischaa und Fadschr im Sommer ist einer der Hauptgründe für die unterschiedlichen Zeiten. Die Muslimische Welt-Liga unter dem Vorsitz des Muftis von Saudi Arabien hat für diesen Fall allgemein gültige Regeln erlassen. Diese Regeln sind für alle Länder der Welt gültig. Die meisten Organisationen in Deutschland haben für die Gebetszeitenberechnung eigene Regeln aufgestellt. Da die Berechnung und die Phänomene im Norden anders sind als in südlichen Ländern, wurden einige Regeln aufgestellt die nicht haltbar sind und auf falschen Annahmen beruhen. Aus diesem Grund empfehlen wir besonders für den Ramadan nur Zeiten zu benutzen, welche unter Mitwirkung von 'Astronomen' mit Landeskenntnissen erstellt wurden. Bei der Prüfung der Gebetszeiten sollte dieser Punkt besonders beachtet werden.

Fragen & Antworten

Frage: Einige Internetseiten benutzen auch die Berechnungsmethode der Muslim-Welt-Liga (MWL) und haben dabei eine Abweichung von bis zu 30 Minuten?

Antwort: Andere Internetseiten benutzen oft die Gradzahl der MWL von 18° Fadschr und 17° Ischaa. Die Methode für die nördlichen benutzt diese Gradzahlen aber in einer anderen Art.

Sichtung von Ischaa aus einer Stadt

Frage: Eine Frage aus Frankfurt, Deutschland, 18.06.15: Die Zeiten für Ischaa können nicht stimmen, da es zur angegebenen Zeit Dunkel ist.

Antwort: Die Sichtung der Dämmerung aus einer Stadt heraus ist aus verschiedenen Gründen kompliziert. Die Stadt bietet meist keine gute Sicht auf den Horizont. Auch wenn diese gegeben ist, kann die schwache Dämmerung durch das Licht der Stadt überdeckt werden. Durch eine eigene Sichtung bei Lindlar (Ischaa 17.06.15 um 23:53), konnte das letzte rote Licht sogar bis 00:11 beobachtet werden. Das weiße Licht war bis zur Abfahrt um 00:33 Sichtbar.

Berechnungsmethode nach 12°

Frage: Die Zeiten stimmen nicht mit den Sichtungen überein und die richtige Methode ist die Berechnung nach 12° für Fadschr und Ischaa.

Antwort: Die nautische Dämmerung ist mit 12° nicht der Punkt der totalen Dunkelheit. Meist ist bei 12° noch eine starke Rötung des Horizontes zu beobachten.

Die Dämmerung dauert immer 90 oder 120 Minuten

Frage: Deutschland: Die Dämmerung dauert nie Länger als 90 oder 120 Minuten.

Antwort: In Deutschland dauert die Dämmerung im Winter ca 110 Minuten, im Sommer wird die Dämmerung teilweise gar nicht mehr beendet und dauert mehrere Stunden. Eine Festlegung auf eine einheitliche Zeit von z.B. 90 Minuten würde nicht den Sichtungen entsprechen. Im vergleich hierzu dauert die Dämmerung in Kairo bei 18° durch seine geografische Lage von 78 bis 84 Minuten. Saudi Arabien berechnet Fadschr mit 18,5°.

Kann man die Zeiten selber sichten und einen Kalender erstellen?

Frage: Kann man die Zeiten selber sichten und einen Kalender erstellen?

Antwort: Die Zeiten können selber gesichtet werden, wenn die Regeln für die Sichtungen (Siehe Link: Sichtungen) eingehalten werden. Wie in dem Link beschrieben sind Sichtungen aus Städten ausgeschlossen und können nicht gezählt werden. Da die Dämmerungsdauer im Jahreslauf zwischen 1-2 Stunden beträgt, muss eine eigene Sichtung mit Datum dokumentiert werden und kann nur für den entsprechenden Tag im Jahr gezählt werden. Eine Liste kann daher nur mit Langzeitsichtungen erstellt werden. D.h. konstante Sichtungen mindestens alle 1-2 Wochen.

Ist die Fatwa von 1986 nicht schon alt?

Antwort: Die Muslim-Welt-Liga hat die grundlegenden Parameter für die Gebetszeiten seit 1986 nicht geändert.